Der NFV-Kreis Harburg trauert um Otto Hobst

Der langjährige Frauen- und Mädchenfußballfunktionär wurde 72 Jahre alt.

Otto Hobsts (rechts) Herz schlug für den Fußball und das Ehrenamt, hier mit Tochter Annika und dem Bundesliga-Schiedsrichterassistenten Sascha Thielert.

Über viele Jahre war Otto bis zum Sommer 2020 im Frauen- und Jugendausschuss des NFV-Kreis Harburg tätig und hat den Frauen- und Mädchenfußball in unserem Kreis mit großem Engagement geprägt.

Zum Mädchenfußball fand Otto durch seine Tochter Annika, die 1994 im Alter von sechs Jahren beim TV Meckelfeld mit dem Fußballspielen begann. Weil sich damals kaum jemand um den Mädchenfußball kümmerte, sprang er als Trainer ein – und blieb dem Frauen- und Juniorinnenfußball von da an mit ganzem Herzen verbunden. Mit seiner ruhigen, freundlichen und hilfsbereiten Art wurde er über viele Jahre zu einem wichtigen Ansprechpartner und echten Botschafter des Mädchenfußballs im Landkreis.

Besonders am Herzen lag ihm stets ein fairer und reibungsloser Ablauf des Spielbetriebes. Dabei hatte Otto immer ein offenes Ohr für die Wünsche und Anliegen der Vereine und versuchte, für alle gute Lösungen zu finden. Auch die Vereine aus dem NFV-Kreis Stade lernten ihn als Staffelleiter sehr zu schätzen, nachdem er maßgeblich daran beteiligt war, den gemeinsamen Spielbetrieb der Frauenmannschaften zu organisieren, weil im Kreis Harburg nicht mehr genügend Teams für eine eigene Staffel zur Verfügung standen.

Darüber hinaus engagierte sich Otto als Kreisauswahltrainer und viele Jahre im Kreisjugendausschuss des Kreisfußballverbandes. Ebenso selbstverständlich war sein Einsatz bei den Hallenrunden. Jahrelang fungierte er als Hallenleiter in Hittfeld. Und wenn irgendwo kurzfristig Unterstützung benötigt wurde, hieß es oft nur: „Otto, kannst du noch mal …?“ – und Otto war da.

Eine besondere Freude waren für ihn die Ehrungstage, an denen er mit großer Begeisterung den Mädchen ihre Medaillen für sportliche Erfolge umhängen durfte.

Auch seine Tochter Annika unterstützte er jederzeit mit großer Hingabe, als sie ihre Leidenschaft für die Schiedsrichterei entdeckte. Für sie reiste er erst quer durch die Region, dann durch ganz Deutschland, als Annikas Talent sie bis auf DFB-Ebene brachte. Otto und Ehefrau Regina und begleiteten die Tochter unter anderem nach Berlin, München oder Frankfurt.

Fußball begleitete nicht nur Otto Hobst, es war sein Leben. Viele Jahre stand er selbst aktiv beim TSV Over-Bullenhausen auf dem Platz, später widmete er seine Zeit mit unermüdlichem Einsatz dem Ehrenamt. Und wenn der HSV spielte, fieberte und zitterte er immer mit.

„Nach seinem Abschied aus dem Ausschuss haben wir seine herzliche Art bereits sehr vermisst. Umso trauriger macht uns nun die Nachricht von seinem Tod“, sagt Frank Dohnke, Vorsitzender des NFV-Kreis Haburg, „Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen. Wir werden Otto stets in dankbarer und guter Erinnerung behalten“.


Autor: Yannik Brunke | Foto: privat