13.02.2021

Sein Leben gehörte dem Fußball

Autor / Quelle: Ulrich Balzer

Zum Tode von Karl Gohde – Der ehemalige Maschener Abteilungsleiter verstarb im Alter von 100 Jahren

Ein langes Leben, in dem der Fußballsport im Mittelpunkt stand, ist für Karl Gohde am 7. Februar zu Ende gegangen Er kann stolz darauf sein, einer der ältesten Fußball-Funktionäre in Deutschland gewesen zu sein. Am 8. Juni des vergangenen Jahres feierte er im Kreise seiner Familie den 100. Geburtstag.

Der Verstorbene wurde 1920 in Harburg geboren. Als 19-jähriger Soldat wurde Karl Gohde an die Front geschickt und überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschadet. Nach kurzer Internierungszeit im Emsland bewirbt er sich um die Einstellung bei der Hamburger Schutzpolizei. Als talentierter Fußballer nahm Karl Gohde die Mitgliedschaft im Polizei-Sportverein an. Er erwarb die Trainer-B-Lizenz und war stets stolz darauf, als erster Trainer von Gert „Charly“ Dörfel einen ehemaligen Nationalspieler des Hamburger Sportvereins (HSV) ausgebildet zu haben.

Gohde trainierte nach dem Polizei SV Hamburg namhafte Vereine wie den Harburger Turnerbund, TSV Buchholz 08, den Lüneburger SK und in den 60er Jahren TuS Güldenstern Stade.

Mit großer Freude erinnert sich der ehemalige Vorsitzende des Kreisfußballverband, Manfred Marquardt, an die Zeit, als Karl Gohde mit viel Engagement als Betreuer der A-Junioren der Hamburger Auswahl sowie der Norddeutschen Auswahl-mannschaft aktiv war.

Der jetzt Verstorbene nahm Ehrenämter wahr, wurde mit der gleichzeitigen Leitung der Fußballabteilung von Güldenstern Stade und VfL Maschen beauftragt, was ein absolutes Novum ist, zum Multi-Funktionär. Als beide Vereine gemeinsam in einer Liga spielen, führte das manchmal zu Miss-verständnissen. Bis zur Übernahme durch den VfL Stade im Jahre 2016 hatte er bei TuS Güldenstern Stade das Amt des Fußball-Abteilungsleiters wahrgenommen. 

Zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Ehrenamtspreis des Deutschen Fußballbundes (DFB), sind Gohde in Würdigung seiner Verdienste um den Fußballsport zuteil geworden. Auch die verliehene Ehrenmitgliedschaft von TuS Güldenstern Stade hatte der Pionier der Fußballbewegung mit berechtigtem Stolz erhalten. 

Rückblickend auf seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit für „König“ Fußball stellte der 100-jährige Karl Gohde mit Genugtuung fest: „Ich habe fast nur für den Fußball gelebt. Das Engagement hat mir viel Freude bereitet. Allerdings ist die Familie oftmals zu kurz gekommen.“ Der Verstorbene wird bei vielen Fußballern in bester Erinnerung bleiben. Sie werden das Andenken von Karl Gohde in Ehren halten.

 

 

Ein Leben für den Fußballsport. Karl Gohde verstarb am 7. Februar acht Monate nach seinem 100. Geburtstag.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 02.03.2021

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