03.05.2019

Die Schiedsrichterei in den Genen

Autor / Quelle: Marco Haase

Imke Hinrichs stammt aus einer Schiedsrichter-Familie und wurde als Bezirkssiegerin von "Danke, Schiri" ausgezeichnet

Günter Distelrath bringt die Bedeutung der Veranstaltung auf den Punkt: „Die Aktion ,Danke Schiri` ist die wichtigste Ehrung, die es deutschlandweit für Schiedsrichter gibt“, so der NFV-Präsident in der DEKRA-Niederlassung Hannover. Dort findet an diesem feierlichen Vormittag die Auszeichnung der zwölf Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter statt, die in den vier Bezirken zum Sieger gekürt wurden. Es sind Unparteiische, die sich seit Jahren und Jahrzehnten durch besonderes Engagement im Fußballsport hervorheben. Und im Rahmen von „Danke Schiri“, der Gemeinschaftsaktion des DFB und seiner Landesverbände mit der DEKRA, erfahren diese Schiedsrichter für ihren Einsatz eine große Wertschätzung.

Drei von ihnen werden an diesem Vormittag zu den Verbandssiegern gekürt, die die große Ehre haben, den NFV im Mai beim großen zentralen Festakt des DFB in Frankfurt am Main zu vertreten. Die Auswahl fiel dem NFV-Schiedsrichterausschuss um Obmann Bernd Domurat und Organisator Jens Goldmann, wie jedes Jahr, nicht leicht – im Prinzip könnte man alle zwölf Bezirkssieger nach Frankfurt entsenden. Für das Jahr 2019 wird es das folgende Trio sein: Susanne Dombeck-Schröder (Kreis Hameln-Pyrmont), Horst Hansmann (Kreis Wolfsburg) und Thorsten Thomas (Kreis Jade-Weser-Hunte) erhalten den speziellen Applaus aller Anwesenden, darunter die Bezirks- und Kreisschiedsrichter-Obleute und Uwe Töllner, stellvertretender Leiter der DEKRA-Niederlassung in Hannover.

Die Vorstellung der einzelnen Sieger übernehmen in überaus launiger Art und Weise die Bezirksschiedsrichter-Obleute Georg Winter (Weser-Ems), Berthold Fedtke (Lüneburg), Stefan Voth (Braunschweig) und in Vertretung Bernd Brüggemann (Hannover). Dabei erfahren die Anwesenden, warum die zwölf Unparteiischen prämiert werden. Da ist zum Beispiel die 17-jährige Fenja Bookjans (Kreis Peine), die bereits seit fast vier Jahren als Schiedsrichterin tätig ist und sich besonders um (noch) jüngere, neue Unparteiische kümmert. Und, zwei Generationen zurück: Da ist der fast 80-jährige Heinz Heil (Emsland), seit 1967 Referee und bis vor einem Jahr noch selbst aktiv auf dem Platz. Sein Spitzname bei den Vereinen „Sir Heinz“ – denn er brauchte nie eine Karte. Vor „Sir Heinz“ hatten alle Respekt, und er löste Konflikte erfolgreich mit dem Wort.

Da ist Osman Vaybil, auf den Sportplätzen in und um Hannover als „Ossi“ bekannt, für den 100 Spiele pro Saison gar nichts sind. Oder Thorsten Thomas (Kreis Jade-Weser-Hunte), der seit einem Unfall gehandicapt ist, seine Spiele mit einer Gehhilfe leitet und sich in Wilhelmshaven sehr für behinderte Fußballer einsetzt, unter anderem als Trainer und Betreuer der Jadekicker Wilhelmshaven. Oder Imke Hinrichs (Kreis Harburg), die aus einer echten Schiedsrichterfamilie stammt (Vater, Onkel – alle Unparteiische) und sich trotz zweier kleiner Kinder erfolgreich um den Schiedsrichter-Nachwuchs kümmert und sich in ihrem Heimatverein engagiert. Apropos Nachwuchs – den hat an Imke auch an diesem Vormittag dabei: Junis, gerade einmal ein halbes Jahr alt. Und was Junis in gut 14 Jahren vermutlich sportlich machen wird, steht bei dieser Familie bereits heute fast schon fest.

Man spürt es an diesem Tag: Die Schiedsrichter sind eine große Familie, und NFV-Präsident Günter Distelrath bezeichnet sie in seiner Laudatio als „hervorragende Repräsentanten der niedersächsischen Fußballfamilie“. DEKRA-Vertreter Uwe Töllner bekennt offen: „Meine Hochachtung vor Ihrem Job. Ich ziehe meinen Hut.“ Und die große Familie, die geht nach den feierlichen Stunden bei der DEKRA auch noch nicht auseinander. Zum Programm am Nachmittag gehört ein abwechslungsreicher Besuch des NDR-Landesfunkhauses Hannover, und dabei geht es in der Diskussion mit Redaktionsleiter Wort Holger Ahäuser – natürlich – im Schwerpunkt um die Sportberichterstattung und den Fußball. Ein Ball verbindet.

„Danke Schiri 2019“ – die drei Verbandssieger des NFV

Thorsten Thomas (Kreis Jade-Weser-Hunte), Horst Hansmann (Kreis Wolfsburg), Susanne Dombeck-Schröder (Kreis Hameln-Pyrmont)

„Danke Schiri 2019“ – die Bezirkssieger im NFV

Imke Hinrichs (Harburg), Florian Becker (Nienburg), Fenja Bookjans (Peine), Susanne Dombek-Schröder (Hameln-Pyrmont), Dennis Dräger (Heide-Wendland), Osman Vaybil (Region Hannover), André Grimme (Göttingen-Osterode), Horst Hansmann (Wolfsburg), Heinz Heil (Emsland), Sandra Höllman (Bentheim), Dirk Keßler (Stade), Thorsten Thomas (Jade-Weser-Hunte)

Die Aktion „Danke Schiri“

„Danke Schiri“ ist eine Gemeinschaftsaktion des DFB und seiner Landesverbände mit der DEKRA. In jeder Saison können die Kreisschiedsrichterausschüsse des NFV in den Kategorien „Schiedsrichterin“, „Schiedsrichter bis 50 Jahre“ und „Schiedsrichter über 50 Jahre“ jeweils eine Person als ihre Siegerin und Sieger küren. Bei der Auswahl können Kriterien wie die Hilfe bei der Nachwuchsgewinnung und -ausbildung, bei der Betreuung junger Schiedsrichter oder auch ein besonderes soziales Engagement gewürdigt werden. Aus den von den Kreisen gemeldeten Siegerinnen und Siegern wählen die Bezirke in allen genannten Kategorien die Bezirkssieger aus. Diese werden zu einer zentralen Ehrungsveranstaltung des NFV-Schiedsrichterauschusses und der DEKRA eingeladen. Bei dieser Veranstaltung benennt der NFV-Schiedsrichterausschuss die Schiedsrichterin und die beiden Schiedsrichter U50 und Ü50, die Niedersachsen als Verbandssieger beim Festakt des DFB und der DEKRA vertreten dürfen. Dieser Festakt wird im Mai in Frankfurt stattfinden.

Auch KSO Kim-Jana Trenkner war stolz auf Imke Hinrichs: "Ich freue mich sehr, dass mit Imke Hinrichs in diesem Jahr wieder eine Schiedsrichterin aus dem Kreis Harburg als Bezirkssiegerin in Hannover geehrt wurde. Imke wurde vom Kreis nominiert, weil sie als inzwischen zweifache Mutter der Schiedsrichterei immer noch treu ist und sich auch im Verein engagiert um die Schiedsrichter kümmert. Bei den Schiedsrichterinnen ist es oft so, dass die Karriere nach dem ersten Kind beendet wird, deswegen ist keine Selbsverständlichkeit und freut mich als KSO sehr. Es war ein rundum gelungener Tag mit interessanten Gesprächen und Lebensgeschichten. Ich halte diese Ehrungsveranstaltung für gut und wichtig für die Schiedsrichterei und hoffe, dass es diese weiterhin geben wird."

GESAGT…… bei der Ehrungsveranstaltung in Hannover:

 
„Unsere Schiedsrichter haben die schwierigste Aufgabe im Fußballsport. Sie müssen unter Hochdruck innerhalt kürzester Zeit schwierigste Entscheidungen treffen.“ - NFV-Präsident Günter Distelrath

 „Ich habe den höchsten Respekt vor dem persönlichen Einsatz unserer Schiedsrichter. Wir von der DEKRA und die Unparteiischen sind Botschafter für Sicherheit und die Umsetzung von Regeln.“ - Uwe Töllner, stellvertretender Niederlassungsleiter der DEKRA Hannover

„Fairplay, Neutralität und Sachverstand: Unsere Schiedsrichter und die DEKRA verbinden gemeinsame Werte.“ - NFV-Präsident Günter Distelrath über die seit 16 Jahren bestehende Partnerschaft

„Ich freue mich sehr, dass wir mit dieser Veranstaltung vor allem unsere Schiedsrichter der Basis wertschätzen können. Dass dies unter sicher sehr angenehmen Rahmenbedingungen erfolgen kann, ist umso erfreulicher. Insofern gilt mein Dank dem NFV und natürlich der DEKRA, die uns in Hannover seit Jahren vorbildlich unterstützt.“ - Bernd Domurat, Vorsitzender des NFV-Verbandsschiedsrichter-Ausschusses

 

 

 

 

 

 

 

 

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Seite zuletzt aktualisiert am: 17.05.2019

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