11.09.2010 - 04:42
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Der Kreisverband
 

Der NFV - Kreis Harburg hat rund 16.000 Mitglieder in 65 Vereinen,
von denen 55 den Niedersächsischen Fußballverband angehören.

Von diesen Vereinen nehmen 50 am Spielbetrieb teil. In der Spielserie 2008/2009 beteiligen sich insgesamt 570 Mannschaften am Spielbetrieb.

Diese teilen sich wie folgt auf:
Herren / Senioren (151), Frauen (19), Junioren (358), Juniorinnen (42)
Es sind 25 Mannschaften weniger als in der Spielserie 2007/2008

 

Historisches vom Kreisverband


Mit einem Holzgaser zum Fußballspielen
Ein Rückblick auf die Anfangsjahre des Kreisfußballverbandes nach dem Zweiten Weltkrieg

– Von ULRICH BALZER –

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg. Anfang November des selben Jahres trafen sich einige Frauen und Männer in der damaligen Winsener Mittelschule an der Eckermann straße und in den Holzbaracken der Kreisverwaltung in Winsen, um den Kreis-Turn- und Sportbund (jetzt Kreissportbund) als Dachorganisation für alle Sparten im Winsener Kreisgebiet zu gründen. Damals konnten sie nicht ahnen, welchen Stellenwert der Sport in der heutigen Gesellschaft bekommen solle. Insbesondere der Fußball hat sich zu einer der populärsten Sportarten entwickelt.

Dieses zeigt sich auch an der eindrucksvollen Mitgliederstatistik des Kreisverbandes aus dem Jahr 2004 mit 65 Vereinen und exakt 14.064 Mitgliedern. Die Kicker haben auf rund 90 Außensportanlagen, die sowohl von den Gemeinden wie auch von den Vereinen unterhalten werden, optimale Bedingungen für den Trainings- und Punktspielbetrieb. Doch bis es soweit war, hatten die Fußballvereine im Kreis Harburg einen langen Weg zurückzulegen. Viele Sportstätten waren nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört, oder sie litten unter den Nachwirkungen jahrelanger Vernachlässigung. Mit der Rückkehr der ersten Kriegsgefangenen regten sich die sportlichen Aktivitäten. Doch die Schwierigkeiten schienen unüberwindbar. Zudem fehlten Bälle und Spielkleidung. Der damalige TSC Winsen-Borstel war es, der als erster Verein aus dem Winsener Kreisgebiet mit einer Genehmigung der britischen Militärregierung Fußballspielen durfte. Die 1. Herrenmannschaft trat am 23. September 1945 beim Lüneburger SK an und erreichte ein 4:4 Unentschieden. Der TSC war es auch, der nach einem Spiel in Dahlenburg bei Lüneburg mit Mannschaft und Anhang zu Fuß nach Winsen marschieren musste, da der benutzte Holzgaser (ein Lastwagen mit Holzgasgenerator) streikte. Da es zu diesem Zeitpunkt weder einen Vorstand noch einen Spielausschuss noch einen Schiedsrichterausschuss gab, liefen alle Fäden bei August Bisping – er war später langjähriger Schatzmeister unseres Kreisfußballverbandes – zusammen. Am 16. August 1946 wurden im Holdersaal des Rathauses Hannover der Niedersächsische Fußballverband (NFV) gegründet. Bereits zu dieser Zeit gab es im hiesigen Kreissportbund (KSB) eine Sparte Fußball. Ebenfalls im Jahre 1946 fand in Uelzen die Gründung des Heidebezirks (jetzt Bezirksverband Lüneburg) statt. Mit von der Partie waren schon damals August Bisping und der Ashäuser Walther Neven. Erich Sievers aus Stelle übernahm kurz vor der Gründung des hiesigen Kreisfußballverbandes die Aufgaben eines Spielleiters. Sievers wurde auch zum Kreisvorsitzenden gewählt. Bereits im Jahre 1949 gab er das Amt an Bernhard Böckenhauer aus Tostedt ab. Weitere Vorsitzende waren Hans Eck (von 1957 bis 1970), Norbert Bunge (von 1970 bis 1992) und Dieter Tomforde (von 1992 bis 2008). Amtierender Vorsitzender ist jetzt Manfred Marquardt aus Bendestorf.

Der Kreisspielausschuss startete mit Fritz Feldmann als Vorsitzender. Nach einigen Jahren übernahm August Bisping diese Tätigkeit. Als er 1962 zum Kreisschatzmeister berufen wurde, löste ihn Gerhard Dee (Meckelfeld) ab. Dieser leistete bis zum Jahr 1994 seine Arbeit mit großem Engagement. Seit damals ist Helge Schreiber aus Ohlendorf im Amt. Bei der Neuordnung des Fußballsport nach dem Zweiten Weltkrieg im Kreis Harburg wurde ein besonderes Augenmerk auf die Betreuung und Förderung der Jugendlichen gelegt. So ist in einem Grundlagenpapier für die damalige britische Zone vom 26. Januar 1946 folgende niedergelegt worden: „Auf die Jugendbetreuung ist größte Sorgfalt zu legen. Die Behandlung von Jugendangelegenheiten erfolgt durch die Jugendausschüsse.“ Drei ehrenamtliche Sportler waren es, die den Jugendfußball im Kreis Harburg entscheidend beeinflusst haben: „Opa“ Wilhelm Harms (Sprötze), Gerhard Stockmann (Harburg) und Willi Krause (Hittfeld). Harms, der als Lehrer in Kamen als Lehrer tätig war, hatte als Jugendleiter im Westdeutschen Sportverband mitgewirkt und war auch nach seiner Pensionierung in seine Heimat nach Sprötze zurückgekehrt. Ab 1952 hat er als Jugendobmann die Geschicke im Jugendbereich geleitet. Richtungsweisend bis zum heutigen Tage sind die Hallenspiele, die Willi Krause im Jahre 1957 ins Leben gerufen hat und die bis heute noch in den Monaten von November bis Februar ausgetragen werden.

In der Saison 2003/04 nahmen 370 Mannschaften an dem Wettbewerb teil, der in 15 Sporthallen ausgetragen wurde. 1960 trat Wilhelm Harms zurück. Gerhard Stockmann wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Er hat dieses Amt 32 Jahre bis 1992 mit großer Umsicht und viel Verständnis für die Sorgen und Nöte der Vereine vorbildlich ausgefüllt. Sein Ziel war es unter anderem, den Gedanken des Fair-Play zu wecken und den Gegner als notwendigen Mitspieler zu begreifen. Jetzt zeichnet Dirk Possiwan als Vorsitzender des Kreisjugendausschusses verantwortlich. Erst 1959, aber dafür sehr intensiv, begann die Lehrarbeit durch den im Jahr 2007 verstorbenen Ehrenvorsitzenden des Kreisfußballverbandes, Norbert Bunge. Die Lehrtätigkeit beschränkte sich bis zum Jahre 1971 ausschließlich auf die Aufstellung und Betreuung von Jugend- und Herrenmannschaften. Die Ausbildung für die Übungsleiter fand damals ausnahmslos in der NFV-Verbandschule in Barsinghausen statt. Ab 1987 führte der Lehrausschuss des Kreisfußballverbandes mit Ernst Bertram (Wistedt) an der Spitze Übungsleiter-C- und Jugendbetreuer-Lehrgänge zusammen mit den Kreistrainern und namhaften Referenten regelmäßig in Meckelfeld durch. Hervorragende Erfolge erreichten die Kreisauswahlmannschaften bei den Spielen um die Wanderpokale der Lüneburger Bezirksregierung. Zum Nachfolger von Ernst Bertram wurde Frank Dunkler am 14. Juni 2004 gewählt.

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